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Quilatoa


Die Abreise in Baňos wird von Unpässlichkeiten geprägt. Ich habe seit gestern Abend Durchfall, was mich etwas beunruhigt, steht doch eine 5 stündige Busfahrt nach Chugchilan bevor. Am Busbahnhof nochmals das Baňo, WC, brauchen, und hoffen, dass sich meine Verdauung beruhigt auf der Fahrt. Doch schon bald ist mein Problem nebensächlich, verschwindet doch Mona auch ganz bleich im öffentlichen WC. Oh je, was haben wir wohl gegessen? Die Fahrt nach Chugchilan überstehen wir Beide problemlos und verbringen einen gemütlichen Abend mit spielen im Hostal.

Morgen wollen wir zur Laguna Quilatoa und von dort die sechsstündige Wanderung zurück zum Hostal unter die Füsse nehmen. Zur Sicherheit helfe ich mit Imodium meinen Durchfall zu stoppen. Die Landschaft sieht karg aus, keine Bäume wo ich mein Geschäft dahinter verrichten könnte.

Leider meldet sich Svenja in der Nacht mit Bauchkrämpfen. Auch am Morgen geht es ihr nicht besser und so beschliessen wir die Wanderung nicht zu machen, damit Jemand bei Svenja im Hostal bleiben kann. Mona und Martin wollen auch lieber eine kürzere Wanderung unternehmen und so werden wir drei mit dem Pick up nach Quilatoa gefahren. Hanspeter bleibt im Hostal und pflegt die kranke Svenja.

In Quilatoa angekommen, sind wir erstaunt wie klein das Dorf ist und wie einfach die Menschen da leben. Der Blick runter in den Kratersee ist spektakulär. Das Wasser schimmert blau-grün, im Hintergrund sehen wir den schneebedeckten Vulkan Illiniza. Wir wandern die 400 Höhenmeter runter zum Wasser. Der Weg ist steil aber problemlos zu gehen. Auch andere Touristen sind mehr oder weniger sicher zu Fuss auf dem Weg.

Unten im Krater angekommen wirkt das alkalische Wasser noch grüner. Mona und Martin mieten ein Kajak und ich suche mir ein ruhiges Plätzli auf einem Stein und lasse die Szenerie auf mich wirken. Karg ist die Landschaft da in den Anden auf 4000 Meter über Meer. Steinig, einzelne kleine Büsche und Kakteen, die orange oder rot bühen. Viele kleine Felder in Braun- und Grüntönen werden bewitschaftet.

Der Vulkan ist im 13. Jahrhundert ausgebrochen und dieser Kratersee ist dabei entstanden.

Mona und Martin sind von ihrem Kajakausflug zurück und mieten ein Pferd für den Aufstieg. Ich laufe lieber. Auch Andere sind mehr oder weniger schnaufend unterwegs. Die Höhe macht sich bemerkbar.

Beeindruckend sind die Pferdeführer, wie sie leichtflüssig die Reiter hoch begleiten, dann wieder die Pferde leer nach unten bringen und dann mit einem ausgeruhten Pferd die nächsten Touristen die 1,5 Stunden Marsch hoch begleiten. Die Frauen in traditioneller Tracht gekleidet, mit Faltenrock, leichten Schuhen und schön verziertem Hut.

Eine junge Frau beginnt auf englisch mit mir zu plaudern. Sie sei aus Venezuela, lebe aber aus politischen Gründen in Ecuador, erzählt sie mir keuchend. Sie geht ganz langsam und das wandern auf dieser Höhe strengt sie sichtlich an. Sie knipst ein Selfie mit uns und danach veabschiede ich mich und lasse sie in ihrer Atemnot zurück.

Es ist warm, ich laufe im T-shirt. Ich geniesse die Sonnenstrahlen.

Bald geht es zurück in den Winter der Schweiz.

Svenja geht es zum Glück am nächsten Tag besser und wir sind alle wieder fit und parat für die lange Heimreise.


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