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Zurück in die Schweiz


Das Wetter hält was es versprochen hat. Am Morgen erwartet uns ein stahlblauer Himmel, Sonne pur, rundum Berge, wir sind voll motiviert weiter zu wandern. Der Aufstieg zum Mittelbergjoch geht wie von selber. Wir verbleiben nicht lange oben, wandern kurz abwärts und steigen bald wieder auf den zweiten Pass, das Vergaldner Joch. Die Aussicht ist atemberaubend. Berge so weit das Auge reicht. Wir sitzen lange an der Sonne und geniessen diesen faszinierenden Ausblick. Beim Abstieg plaudern wir kurz mit einem Wanderer, der aufsteigt. Später am Tag werden wir ihn nochmals treffen auf der Vergaldalp und mit ihm eine interessante Zeit verbringen.

Beim Abstieg nach Gargellen nehmen wir uns viel Zeit. An einem kleinen See machen wir viele Fotos und spielen mit dem Spiegelbild, am Vergaldner Bach machen wir eine lange Pause mit einem erfrischenden Bad und auf der Vergaldalp essen wir Apfelstrudel und plaudern mit Stephan, dem Wanderer, den wir am Aufstieg schon mal getroffen haben. Stephan ist ein interessanter Gesprächspartner und wir wandern nach langer Pause auf der gemütlichen Alp noch zusammen bis nach Gargellen, einem kleinen Luftkurort.

Da wir geplant haben, in Gargellen im Zelt zu übernachten, es aber keinen Campingplatz hat, suchen wir einen geeigneten Stellplatz in der Natur. Auf beiden Seiten des Dorfes steigt das Gelände steil den Berg hoch und wir können uns nicht vorstellen, dass es da irgendwo einen flachen Platz für unser Zelt hat. Zuerst aber füllen wir im Dorfladen endlich mal wieder unsere Essvorräte auf und essen in einem gemütlichen Gartenrestaurant das Abendessen. Schon zu später Stunde steigen wir steil bergauf. Es vergeht eine gute halbe Stunde Wanderzeit bis wir einen flachen Platz finden hinter einem Heuschober. Es ist ein guter Platz, sogar ein Ruhebänkli gibt es mit einer schönen Aussicht ins Tal nach Gargellen und bis zum Vergaldner Joch, das wir heute überquert haben. Wir kochen Kaffee auf unserem Holzkocher und geniessen den stillen Abend.

Am nächsten Morgen nehmen wir einen stündigen Umweg in Kauf um in einem Bergrestaurant einzukehren. Wir steigen von unserem Schlafplatz 1h30 zum 600 Höhenmeter höher gelegenen Schafberg auf. Der Aufstieg ist sonnseitig und heiss. Oben angekommen freuen wir uns mit vielen anderen Ausflügler (eine Gondelbahn führt auf den Schafberg) über die schöne Aussicht und die gute Bewirtung. Bald steigen wir weiter bergan zum Gargäller Joch. Es sind viele Wanderer unterwegs und es wird schweizerdeutsch, deutsch, holländisch und viele andere Sprachen gesprochen. Der Aufstieg bringt viele zum Schwitzen und sorgt für rote Köpfe. Wir sind in der Zwischenzeit ziemlich fit und steigen die weiteren 600 Höhenmeter ohne Pause auf. Oben auf dem Joch angekommen, sind wir von so vielen Wanderer umgeben, wie noch nie auf unserer Wanderung. Wir steigen bald noch weiter hoch, alles auf der Grenze Schweiz-Östereich. Oben angekommen, sind wir erstaunt und fasziniert von den grauen, grossen Bergen des Rätikons. Riesige Kalkfelsen mit Zinnen und Höhlen erwarten uns.

Der Abstieg bis Partnun ist steil und lang und wir sind froh als wir unten im Gasthaus Sulzfluh ankommen und uns stärken können.

Wir wählen unseren Schlafplatz am Patnunsee. Leider finden wir kaum flaches Gelände ohne Steine. Zum Glück braucht unser kleines Zelt wenig Platz. Nach einem erfrischenden Bad im See schlafen wir schnell und gut.

Am nächsten Tag haben wir ein Rendez-vous mit Freunden, die in Klosters in den Ferien sind. Wir wollen zusammen Mittag essen. Vier Tage ohne Dusche und Haare waschen sind bei mir gut sichtbar. Daher gönne ich mir im Restaurant Alperösli im Lavabo in der öffentlichen Toilette ein Haare waschen mit Shampoo, im Bergbach ein reinigendes Bad mit einer Beinrasur. So jetzt bin ich aufgeprezelt und bereit für ein feines, gemütliches Mittagessen mit unseren Freunden. Wir geniessen dieses Zusammensein sehr, plaudernd und diskutierend vergeht die Zeit wie im Fluge und wir reisen am Nachmittag zusammen mit dem Postauto ins Tal. Unsere Freunde fahren zurück nach Klosters und wir reisen für zwei Tage nach Hause, da meine Mutter den 75. Geburtstag feiert.


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