• Wandermeile

Ein kleines Wanderköllerchen


Der Aufstieg von Pian San Giacomo ist zickzackig steil. Nichts studieren und Stunde um Stunde hochsteigen. Irgendwann kommt man immer oben an. Und wirklich, wir erreichen ein Hochtal, das schöner nicht sein könnte. Ein Fluss mit Wasserfall, Wiesen umrahmt von einer Bergkulisse. Das ist der Lohn für einen endlosen Aufstieg. Klar, dass ich ins Wasser steige beim Wasserfall, klar dass es kalt ist, aber so kalt habe ich nicht erwartet. Nur ein schnelles Eintauchen liegt drin und schon bin ich genügend abgekühlt.

Wir überschreiten wieder mal die Grenze nach Italien und unser Weg geht unmarkiert weiter. Immer wieder verlieren wir die Wegspur und brauchen etwas mehr Zeit als geplant. Doch irgenwann erreichen wir den Passo de Balniscio. Der Abstieg nach Isola ist lang aber landschaftlich schön.

Es ist Ferragosto und Fest im Dorf. Die Musik hören wir schon lange bevor wir Isola erreichen.

Wir übernachten in der Locanda Cartinello mit Wanderer der Via Spluga. Bei einem Apéro zeigt uns der Wirt stolz die alten Räume seiner Locanda und erzählt deren Geschichten.

Der Weg talabwärts nach Chiavenna ist unspektakulär. Der Weg führt grösstenteils durch schattigen Wald, ein Bad im Fluss bringt auch Abkühlung und in Chiavenna geniesse ich Glace während Hanspeter beim Barbier seinen Bart stutzt.

Jetzt gehts aufwärts durch Bergell Richtung Engadin.

Ich habe etwas den Wanderkoller. Es ist heiss. Der Schweiss läuft bachweise, ich fühle mich klebrig und stinkig. Die Via Bregaglia ist nicht ganz einfach beschildert und wir steigen zu hoch den Hang hinauf und oben angekommen merken wir, dass der Wanderweg nicht mehr unterhalten wird. Der Weg ist teilweise abgerutscht, Holzgeländer sind kaputt und versperren den Weg und umgestürzte Bäume liegen über den Weg. Für meine Laune ist dies nicht förderlich. Ich steige, krieche und klettere. Für diese Akrobatik ist mein Rucksack zu schwer, ich zu wenig elastisch und agil.

Wir sehen hoch am Hang alte Speicher zu denen früher Trauben hochgetragen, gepresst und gekeltert wurden. Auch Kastanien Dörrspeicher sehen wir. Da wurden die Kastanien gedörrt und geräuchert.

Wir schaffens noch hoch bis Soglio. Ein wunderschönes Dorf mit eindrücklichen Palazzi, engen Stein gepflasterten Gassen und ein herrlicher Blick in die Bündner Berge. Da bleiben wir und ich kaufe mir von den bekannten Soglio Naturprodukten eine Fusssalbe. Ich hoffe der Duft vertreibt meinen Wanderkoller.


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