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Es cha nümm verreckter sy....


Der Morgen in den Bagni di Craveggia ist friedlich. Schon vor dem Frühstück steigt Hanspeter in die Wellnessbadewanne. Frühstück gibts am Fluss, mit frisch gekochtem Kaffee von unserem Holzkocher.

Es gibt zwei Möglichkeiten um auf unseren Wanderweg zu gelangen:

Der Strasse entlang aufwärts Richtung Spruga und dann wieder Abstieg zum Fluss. Oder der Wanderweg dem Fluss entlang. Dieser Weg macht etwas stutzig, wird doch das Doppelte Wanderzeit um nach Spruga angegeben als die Teerstrasse.

Wir entscheiden uns für die Flussvariante. Der Weg steigt an, verläuft hoch über dem Fluss, dann wieder runter zum Wasser und wieder steil bergauf. Da gebe ich auf. Ich laufe zurück zur Strasse und treffe Hanspeter später am Start unseres Wanderweges. Schon eine Stunde Wanderzeit ist vergangen. Auf dem Wegweiser steht 5h30 bis nach Lionza unserem heutigen Etappenziel. "So gibts halt 6h30", denke ich, "das geht auch noch".

Der Aufstieg führt meistens durch den Wald. Doch auch so schwitzen wir stark. Es ist zu heiss zum Wandern. Für den Aufstieg brauchen wir fast das Doppelte Zeit als angegeben. Ich bin schlecht gelaunt, verschwitzt, stinkig und übellaunig. Mir verleidet es, immer brauchen wir länger als angeschrieben, am Abend kommen wir spät zum Etappenziel und so fehlt mir genügend Erholungszeit.

Auf dem Gipfel essen wir und schauen auf die Dörfer des Osernone Tals, bewaldete Berge und auf der anderen Seite runter ins Centovalli.

Der Abstieg zieht sich auch in die Länge und die Laune hat sich bei mir noch nicht verbessert. So macht mir das Wandern nicht Spass. Genug des Leidens.

Wir beschliessen Morgen einen Ruhetag einzulegen und mal nichts tun.

Doch wo machen wir diesen Ruhetag? Nach ein paar Telefonaten finden wir ein sündhaft teures Hotel in Intragna. Alles andere war ausgebucht. Wir schauen uns die Homepage des Hotels Anticos an. Schön sieht es da aus. Ein guter Ort um etwas auszuspannen.

Da wir erst nach 20:00 Uhr ankommen werden, lege er den Schlüssel vom Zimmer 34 auf der Theke bereit, sagt uns der Hotelier.

Jetzt fühlt sich die letzte Wanderstunde etwas leichter an. Anstatt 5h30 wie auf dem Wegweiser angegeben, waren wir 8h30 am Laufen.

Mit der Centovallibahn fahren wir nach Intragna und essen beim Ristorante Stazione. Das Hotel ist nochmals 30 Minuten Fussmarsch im unteren Dorfteil. Ein steiler Fussweg führt runter und wir finden das Hotel direkt am Fluss mit Strand und wunderschönem Garten.Herrlich!

Leider ist die Eingangstüre verschlossen und auch auf das Klingeln kommt niemand. Durch das Fenster sehen wir unseren Schlüssel auf der Theke.

Zum Glück kommen Hotelgäste mit Schlüssel und lassen uns rein.

Komisch, auf der Theke steht der Schlüssel für das Zimmer 14 und nicht wie abgemacht Zimmer 34.

Ob ich das falsch verstanden habe? Sollen wir ins Zimmer 14?

Ich telefoniere auf die Telefonnummer, wo wir das Hotel reserviert haben. Nur der Telefonbeantworter springt rein.

Bei der Theke stehen Visitenkarten vom Hotel und da steht eine andere Telefonnummer und da meldet sich eine Frau. Nein, sie habe keine Reservation von Nyffelers. Es gebe ein Hotel Antico und ein Hotel Ponte Antico. Vielleicht seien wir am falschen Ort. Das andere Hotel sei ganz oben im Dorf.

Das darf nicht wahr sein! Das heisst alles wieder hoch laufen.

Was sind wir doch für Anfänger!

Ein Hotelgast bemerkt unsere Ratlosigkeit und offeriert uns mit dem Auto ins Dorf zu fahren. Was für ein Engel!

Im Hotel liegt auch der Schlüssel 34 bereit. Völlig erschöpft erreichen wir um 21.30 Uhr unser Zimmer. Viel zu teuer um so spät anzukommen.

Für den Ruhetag zügeln wir auf den nahe gelegenen Zeltplatz. So haben wir unsere Finanzen besser im Griff .

Wir verbringen einen schönen Tag am Fluss, baden, lesen, faulenzen.

Ich hoffe, dass Morgen die Wanderlust zurück gekehrt ist.


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