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Bergbahnen? Ja oder nein?


In Breuil-Cervinia fällten wir diesen Grundsatzentscheid. Breuil, auf 2000 m, ist ein grosses Winter- und Sommerskigebiet und es wimmelt von Bergbahnen, Skipisten und Skilifttrasses. Jetzt im Sommer sind viele Narben vom Winterskibetrieb sichtbar.

Mit der Bahn hochfahren oder unter der Bahn einem planierten Grashang hochlaufen? Wir entscheiden uns für die Bahn.

Zuerst geniessen wir aber den Touristenort Breuil am Fusse des Matterhorns.Wir waschen unsere Kleider im Waschsalon, flanieren durch die Strassen, gönnen uns ein Hotelzimmer und essen gut.

So sind wir wieder fit für die nächsten Berge. Wir fahren die 500 Höhenmeter mit der Kabinenbahn hoch, zusammen mit Sommerskifahrer. Komisch sieht das aus, mitten im Grünen. Aber die Gletscher sind nah und das Skigebiet ist mit Zermatt zusammenhängend.

Wir steigen hoch zum 3000 m hohen Colle superieur de le cimes blanches. Auch hier verliert die herrliche Szenerie etwas von ihrem Reiz, da die Spuren des Skigebiets allgegenwärtig sind.

Oben auf dem Pass erwartet uns eine Geröllwüste, ein Beschneiungssee und ein kalter Wind. Ein paar Schritte auf die andere Seite runter und eine neue Welt öffnet sich uns. Das Valle Ayas. Wir schauen auf drei smaraggrüne Seen, neue Berge und Gletscher und ein herrliches Bergtal.

Der Abstieg runter ins Tal ist eine wahre Freude. Saftige Wiesen, mäandernde Bergbäche, Blumen und eine unberührte Landschaft.

Beim Refugio Ferraro dürfen wir zeltlen. Farbige Gebetsfahnen zieren das Haus und auch innen scheint man im Tibet zu sein.

Das Essen ist aber typisch italienisch:

Minestrone, Teigwaren an Tomatensauce als Primi Piatti. Als Secondi Piatti: Schweinsfilet, Salat, Polenta und Rüebli. Danach ein Käseplättli und zu guter Letzt noch ein Dolci: Panna cotta oder Schokoladen Flan. Wenn das so weiter geht, haben wir bald nicht mehr Platz in unserem Zeltli.

Am nächsten Tag überqueren wir ein ganzes Tal mit Bergbahnen. Zuerst steigen wir aber hoch zum Pass Bettaforca, alles entlang eines Sesselliftes. Vom Pass gehts mit der Gondel runter ins Gressoney Tal und wieder hoch mit der nächsten Bahn auf de Passo dei Salati auf 3000 m.

Schon wieder hungrig, essen wir im Bergrestaurant Gnocchi.

Zum Abstieg der ersten 500 Höhenmeter will ich nicht viel schreiben. Nur, dass es ausgesetzt, rutschig und steil war. Ein Fehltritt hätte fatale Folgen. Bei einer kurzen Kletterstelle klammerte ich mich an die Wand und hätte vor Angst beinahe die Gnocchi zurückgegeben. Nein, solche Stellen sind definitiv nichts für mich.

Der weitere Abstieg ist auch steil, felsig und rutschig aber ungefährlich. Froh, die 1200 Höhenmeter geschafft zu haben erreichen wir die kleine Alpe Borse.

Ein paar Steinhäuser mit einem Refugio, das leider geschlossen ist.

Da wir zu wenig Essensvorräte haben, beschliessen wir noch weitere 300 Höhenmeter ins Refugio Pastore abzusteigen. Da erwartet uns eine herrliche Hütte, ein flacher Grasplatz für unser Zelt, ein feines Essen am Fusse des Monte Rosas Massivs.

Jeden Tag treffen wir interessante Menschen. Zum Beispiel der deutsche Mathematiker, der schon sieben mal auf dem Breithorn stand, drei Genfer davon eine Vogel Fotografin, oder der belgische 20jährige Mann, der zu einer sechs tägigen Hichgebirgstour aufbrechen will. Heute Abend essen wir mit einem Paar aus München, das die Monte Rosa Tour wandert.


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