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Runter an den Genfersee


Die Sonne und der strahlend blaue Himmel lässt unsere geschundenen Körper aus dem Matrazenlager aufjucken und wir sind erstaunt, dass der gestrige Tag kaum Muskelkater hinterlassen hat.

Mit Freude laufen wir los, und ich erkläre Hanspeter voller Freude, dass meine Beine und Knie sich wieder taufrisch anfühlen. Bis zum ersten Wasser lösen im Wald bleibe ich in diesem Glauben. Aber das Kauern in der Hocke und vor allem das wieder aufstehen geht nicht ganz elegant und schmerzfrei. Da beneide ich Hanspeter, der nicht mal den Rucksack ausziehen muss zum Wasser lösen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich mit mehr Oberschenkelmuskulatur auch mit Rucksack in die Hocke gehen könnte. Vielleicht ändert sich das im Laufe unserem Wanderabenteuer. So fertig von Auscheidungen gesprochen.

Unser Weg heute ist gemütlicher. Bequeme Wald und Alpwege lassen uns zügig vorwärts kommen. Bei Porte Soleil beschliessen wir zum Lac Vert auzusteigen und beim unteren See, dem Lac Chésery unser Nachtlager aufzuschlagen.

Ein schöner Platz für unser Zelt. Mit Blick ins Tal gegen Morgins und vor uns der See. Nur schnell hüpfen wir ins kalte Wasser.

Der Abend auf 2000m wird kühl und wir schlüpfen früh in den Schlafsack.

Am Morgen sind wir über die wärmende Sonne froh und auch der Kaffee, der Hanspeter auf unserem Holzkocher zubereitet, tut gut.

Wir steigen steil ins Tal ab und erreichen kurz vor dem Mittag Morgins, wo wir unsere Vorräte auffüllen können.

Heute Abend sind wir in Torgon eingeladen. Lily und Kurt, Nachbarn aus Niederönz, haben ein Ferienhaus in Torgon und da sind wir heute Abend zu Gast.

Wi geniessen die aufmerksame Gastfreundschaft sehr. Eine erfrischende Dusche wirkt Wunder, das Raclette auf der Terrasse belebend und die Gespräche sind anregend und witzig. Wir schlafen herrlich und am Morgen verwöhnen uns Lily und Kurt mit einem reichhaltigen Frühstück. Vielen, vielen Dank für eure grosszügige Gastfreundschaft.

Lily und Kurt haben einen Teil von unserem Gepäck ins Auto gepackt und bringen es nach Niederönz. So wandern wir heute mit leichtem Rucksack.

Wir steigen hoch zum Lac Taney. Ein klarer Bergsee umgeben von mächtigen Bergen. Ein schöner Ort, wo man gut etwas verweilen könnte. Immer wieder ein Spagat: Bleiben oder weiter ziehen? Diesmal ziehen wir weiter. Nicht einmal ein Bad gönnen wir uns. Der Abstieg nach St. Gingolph ist noch lange und wir reisen heute noch heim, da ich Morgen Schule in Fribourg habe.

Müde und verschwitzt erreichen wir den Genfersee und steuern schnurstracks ins Strandbad von St. Gingolph. In der Umkleidekabine merken wir, dass die Badesachen schon mit Lily und Kurt in Niederönz sind. Zu viele Leute für ein Nacktbad. So gibt es nur eine Glace und wir machen uns auf den langen Heimweg.


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