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So viel Land hat die Schweiz


Heute Morgen habe ich etwas Motivationsschwierigkeiten. Der Campingplatz in Flaach liegt nur wenige Kilometer von Schaffhausen entfernt, und ich will heute einen 80km langen Umweg fahren und am Abend in Schaffhausen übernachten. Meine Fahrt soll der Schweizergrenze entlang führen. Mal im Kanton Schaffhausen mal in Deutschland.

Die erste Steigung in Buchberg nehme ich noch beschwingt und überquere die Landesgrenze nach Deutschland.

In Jestetten frage ich eine Frau nach dem Weg nach Neunkirch, das wieder auf Schweizerboden liegt. Ob ich ein Motörli habe am Velo, der Weg über den Laufferberg sei steil, warnt mich die Frau.

Und es ist wirklich steil und oft auch ungeteert, so dass ich viel schieben muss. Ich brauche viel Zeit und es ist schon Mittag als ich Neunkirch erreiche.

Und wieder steigt die Strasse auf die Siblingerhöhe. Die Stimmung ist wunderschön. Schwarze Wolken am Horizont und ich geniesse noch Sonnenschein. Aber das wechselt schnell und schon regnet es aus Kübeln. So schnell das Gewitter kam, so schnell ist es vorbei. Kaum bin ich regentauglich angezogen, scheint wieder die Sonne.

In Stühlingen fahre ich wieder nach Deutschland und bis nach Fützen steigt die Strasse hoch und wieder ergiesst sich ein Regenschwall über mich.

Der Aufstieg nach Randen ist mühsam. Die Beine sind schon schwer, der Kopf möchte auch nicht mehr Hügel fahren und es gibt nur die stark befahrene Hauptstrasse. Kein Pannenstreifen und die grossen Lastwagen preschen zweispurig an mir vorbei. Den Lenker fest im Griff, schwitze und leide ich mich Serpentine um Serpentine auf 840m hoch.

Oben will ich nur noch weg von dieser Strasse und mache ein flüchtiges Kartenstudium und brause auf einer Nebenstrasse ins nächste Dorf. Erst unten merke ich, dass ich für nach Schaffhausen nochmals aufsteigen muss. In der Zwischenzeit bläst ein starker Gegenwind, der kaum ein Vorwärtskommen zulässt. So fertig mit Umwege fahren.

Thayingen, das auch noch an der Grenze liegen würde, lasse ich links liegen und sause (so gut es der Gegenwind zulässt) 20km Tal abwärts nach Schaffhausen.

Auf dem Zeltplatz geniesse ich ein wohl verdientes Rheinbad.

Am nächsten Tag fahre ich wieder bequem auf der Rhein-Rad-Route. Wie viele andere auch. Viele mit Motörli. Am Anfang grüsse ich noch freundlich aber es sind viel zu Viele und so schenke ich den Entgegennommenden nur ein Lächeln.

Schön sind die Felder. Reife Getreidefelder, die sich im Wind bewegen wie Wellen. Gerste, Hafer, Korn alles zur Ernte bereit. Die Halme tönen im Wind wie ein Xylophon. Lauch und Rüebli werden von fleissigen Händen geerntet. Und immer wieder ein blühendes Sonnenblumenfeld.

Heute habe ich den Wind von hinten und es ist wie fliegen.

In Stein am Rhein mache ich eine längere Pause und sause mit dem Wind weiter nach Kreuzlingen.

Von da reise ich heim um Morgen mit Hanspeter im Wallis zu wandern.

Hanspeter hat die Schule beendet und startet heute seine lange Auszeit. Für uns heisst das, zwei Monate gemeinsame Wanderzeit.

Was für ein Abenteuer!


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