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Im Wallis


Irgendwann sollte es aus den vielen einzelnen Wanderungen ein Ganzes geben. Hanspeter und ich haben nur zwei Tage Zeit, uns dem Rundum Projekt zu widmen. Wir beschliessen, dieses wunderbare Bergwetter im Wallis zu nutzen. Schon die Fahrt mit dem Zug von Martigny nach Finhaut ist ein Erlebnis. Der Zug schlängelt sich den Berg hoch und die spektakulären Tiefblicken lassen uns den Atem anhalten. In Finhaut wechseln wir auf das Postauto und fahren kurvig hoch zum Stausee Emosson. Dies scheint ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Töfffahrer, Wandersleute, Pensionierte und Familien; Alle treffen sich in dieser herrlichen Bergwelt. Der Mont Blanc zeigt sich von seiner schönsten Seite. Unsere heutige Wanderung ist ein Teilstück der Mehrtagestour "Rund um den Mont Blanc".

Bevor wir losmarschieren geniessen wir die Aussicht, essen ein Stück Kuchen auf der Terrasse und bestaunen die riesige Staumauer des Sees.

Erst nach dem Mittag wandern wir los, bergab nach Finhaut. Die Weitblicke, die Blumen des Bergfrühlings, der wolkenlose Himmel, dies alles lässt uns ganz beschwingt wandern. Die Schritte werden etwas weniger beschwingt nach dem Bergdorf Finhaut, da der Weg steil und steinig in eine Schlucht runter führt. Mit weichen Knien erreichen wir den Fluss und suchen uns ein Ruheplätzli am Wasser. "Schnell pack die Badehose aus!", sage ich zu Hanspeter. "Da braucht es kein Badekleid", meint er. Recht hat er! Also lo! Splitternackt hüpfe ich in das Gletscherwasser. Hanspeter ist etwas erstaunt. Dass es keine Badehose braucht, meinte er, weil er nur daran dachte die Füsse ins Wasser zu strecken. Aber auch er lässt sich die Ganzkörpererfrischung nicht nehmen. Wunderbar, genau so stelle ich mir Wandern vor.

Erfrischt und abgekühlt nehmen wir den Anstieg in Angriff. Eine spannende Abwechslung gibt der Einblick in die Gorges mystérieuses mit unterirdischen Wasserfällen in der Nymphengrotte. Über Treppen und Leitern und leider auch ein Wegstück auf der Passstrasse, erreichen wir Trient. Nochmals ein schweisstreibender Aufstieg und wir erreichen den Col de la Forclaz.

Wir übernachten auf dem Campingplatz direkt neben dem Hotel auf der Passhöhe. Abendessen und Frühstück inbegriffen.

Auch der nächste Tag, die Wanderung nach Champex, ist herrlich. Zuerst ein langer Aufstieg. Zum Glück schattig im Wald. Immer wieder Tiefblicke wie aus der Vogelperspektive hinunter nach Martigny und Tal aufwärts. Leider kennen wir die mächtigen Berge nicht, und wir lassen uns von einem heimischen Bergwanderer die Gipfel erklären. Die meisten französischen Namen sagen uns nichts. Ein grosser, markanter Berg sei der Grand Combin und weiter hinten seien die Schneeberge des Berner Oberlands zu sehen. Eiger, Blüemlisalp und Wildstrubel.

Auf unserer Wanderung passieren wir zwei Alpwirtschaften. Eine ganz ruhig und gemütlich und bei der anderen ist Jubel und Trubel. Ein Schützenfest ist in vollem Gange.

In Champex angekommen geniessen wir ein abkühlendes Bad im klaren Bergsee. Diesmal mit Badekostüm.

Champex ist ein kleiner beschaulicher Touristenort mit Chalets, Hotels und heute Sonntag vielen Ausflüglern. Auf dem See ist Betrieb mit Pedalos, Kanus, Schwimmer, Fischer und Stand-up Paddlers.

Im Internet lese ich, dass es in Champex eine weitläufige, unterirdische Artilleriefestung gibt, die während dem 2. Weltkrieg ein fester Bestandteil der Verteidigungsstrategie war. Oftmals merken wir nicht, dass wir grenznah unterwegs sind und doch gibt es immer wieder Hinweise dazu.

An der Bushaltestelle gibt es einen interessanten Schwatz mit einem Mann aus Alaska, der mit seinem Sohn ein zehntägies Trecking von Chamonix nach Zermatt wandert. Auch sie haben Zelt dabei und geniessen ihr Wetterglück.

Wir fahren mit dem Bus nach Orsières und wieder nach hause.

Wandermeile hat eine Woche Ferien. Meine Schwester reist morgen aus Italien an und kommt eine Woche in die Ferien. Da will ich da sein und mit ihr Ausflüge machen.


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