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Mit dem Wind


Die Schweizergrenze zu Fuss zu umrunden wäre schön und spannend aber leider fehlt uns dazu die nötige Zeit. Da es viele Höhenmeter zu erklimmen gibt, werden wir auch viel mehr Zeit benötigen. Darum fahren wir Teile der Schweizergrenze mit dem Fahrrad ab. Heute ist auch so ein Tag. Ich habe nur heute Zeit, morgen werde ich die Schulbank drücken.

So entschliesse ich mich das Fahrrad zu satteln und von Basel aus dem Rhein entlang Richtung Osten zu fahren.

Schon in Herzogenbuchsee am Bahnhof treffe ich auf zwei Bekannte und wir geniessen plaudernd die Zugfahrt nach Basel.

Nicht weit ausserhalb des Bahnhofs Basel treffe ich auf einen grossen Wegweiser, der die verschiedenen Velowege anzeigt. Dies geniesse ich sehr in der Schweiz: Unser Wander-und Velowegnetz, das lückenlos beschildert ist. Es ist daher nicht schwierig die Rheinroute zu finden. An jeder Kreuzung ein roter Wegweiser, viel Wind von hinten und so sause ich blitzschnell dem Rhein entlang. Schwarze Wolken und Sonnenschein wechseln sich ab.

Die Stadt habe ich bald hinter mich gelassen, aber es gibt immer mal wieder Wegstücke, die durch Industriegebiet führen. Aber auch durch Wälder und Felder führt mein Weg und immer wieder erhasche ich ein Blick auf den Rhein. Schade, heute ist es zu kalt zum baden.

In Rheinfelden merke ich, dass etwas nicht mehr so ist wie es sollte an meinem Vorderrad. Oh je, der vordere Reifen ist platt! Mit meinen Flickkünsten ist es noch nicht besser und ich frage Passanten, nach einem Fahrradgeschäft. Ich habe Glück, nur 200m weiter befindet sich ein Fahrradreperaturladen. Mein zufriedenes Grinsen vergeht mir aber bald als der Mechaniker mir zu verstehen gibt, dass er vor dem Abend keine Zeit habe sich meinem Fahrrad anzunehmen. Da nützt auch kein Bitten und Bernhardinerblick etwas. Das Einzige was ich bekomme ist Luft in den Pneu. Dank Internet sehe ich, dass es 2 km ausserhalb der Stadt ein anderes Fahrradgeschäft gibt. Ich frage zuerst nach, ob sie Kapazität hätten ein neuer Schlauch einzusetzen. Sie haben! Und so radle ich mit der verbleibenden Luft so schnell wie möglich dorthin. 20 Minuten später ist ein neuer Schlauch eingesetzt und meine Fahrt kann weiter gehen. Mein zufriedenes Grinsen ist zurück gekehrt!

Weiter geht die Fahrt nach Laufenburg. Dort schaue ich mir die Stadt an, die direkt am Rhein liegt. Eine Brücke über den Fluss führt nach Laufenburg in Deutschland. In der Schweiz wie auch in Deutschland ist Laufenburg eine hübsche Stadt mit riesigen Brünnen und alten Rieghäusern.

Ich lade das Fahrrad wieder in den Zug und reise heim. Der Zufall will es, dass ich Verena und Zita, mit denen ich schon am Morgen gereist bin, wieder treffe.

Jetzt werde ich wieder auf Leben B schalten, die Schuluniform bügeln, und in Fribourg die Schultage absolvieren. Auch meine Ausbildung zur Diabetesfachfrau ist ein Abenteuer, auf das ich mich freue.


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