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Roma


Die letzten Tage nach Rom sind anstrengend. Die Hitze wird von Tag zu Tag grösser und die Etappen sind lang. Ein Tag ist besonders schlimm, da ich mit knapp 5 Stunden gerechnet habe, aber die Wanderung dauerte 6.30. Ich starte auch erst spät und die brütige Mittagshitze macht mir zu schaffen. Endlos zieht sich der Weg schattenlos durch die Felder und als der letzte Anstieg ins Dorf Campagnano geschafft ist bin ich mehr als froh. Es ist schon eindrücklich was im Kopf alles abläuft. Ich bin sicher, wenn ich mich besser orientiert hätte und mich auf die richtige Wanderzeit eingestellt hätte, wäre es einfacher gegangen. Der nächste Tag gibt wieder einen frühen Start und so ist es angenehm zum Laufen. Erstaunlich schon so nah an der grossen Stadt aber die Landschaft sieht aus wie bei uns im Jura mit grossen Weiden mit Pferden und Kühen. Am Mittag bin ich schon in La Storta einem Vorort von Rom und schlafe nochmals bei den Nonnen. La Storta sieht etwas verwahrlost aus und die Gestalten, die da rumstehen, nicht so vertrauenserweckend. Die letzte Etappe zum Petersplatz führt alles durch Vorstadtgebiet. Ich laufe mit Yvonne und Jörg und geniesse ihre Gesellschaft. Wir machen verschiedene Fotohalte, beim Ortschild Rom und auch auf dem Monte Mario, wo wir das erste Mal den Petersdom sehen. Bald schon laufen wir in den Touristenströmen mit und kommen auf den Petersplatz. Wow wir haben es geschafft. Nach 1365km in Rom angekommen. Yvonne, Jörg und ich geniessen diesen grossen Moment und trennen uns danach. Sie gehen in ein Hotel und ich ins Ostello. Da hat es schon viele bekannte Pilger. Ich bin den ganzen Abend etwas still und nachdenklich. Ein komisches Gefühl, alle sind fertig, haben ihr Ziel erreicht, die Via Francigena ist somit abgeschlossen aber ich muss und will mich nochmals aufraffen weiter zu gehen. Ich bin froh, als am nächsten Morgen Hanspeter und Mona ankommen und wir ein Appartement beziehen und Zeit für uns haben. Wir schlendern durch das heisse Rom und lassen uns treiben. Im Vatikan probiere ich noch zu meinem Testimonium, einer Pilgerbestätigung, zu kommen. Ich melde mich bei der Schweizer Garde, die schicken mich zur Sicherheitspolizei, nach einem Blick in die Tasche gehts weiter in ein Büro, dort Ausweiskontrolle, dann in ein anderes Büro. Hier sollte es das Testimonium geben. Leider ist die zuständige Person nicht da. Ich soll Morgen wiederkommen. Am Abend treffen wir uns mit anderen Pilger zum Abendessen und dann heisst es definitiv Abschied nehmen von Mitpilger und der Via Francigena. Mona geht am Donnerstag wieder heim und Hanspeter macht sich mit mir auf den Weg weiter den den Süden.


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