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Auffahrtstage im Massif des Bauges


 Wir haben uns entschlossen die Auffahrtstage in Annecy zu verbringen. An Auffahrt packen wir unseren VW Bus und fahren mit unseren Freunden Annerös und Alfred Richtung Genf und weiter nach Annecy. Ist doch der Auffahrtsdonnerstag noch trüb und nass, erwartet uns am Freitag schönes, warmes Sommerwetter. Ohne grosse Planung fahren wir ins Massif des Bauges um dort eine Wanderung zu machen. Das Massif des Bauges gehört zu der Haute Savoie und ist eine schwach besiedelte Gegend mit kleinen lauschigen Dörfer. Keine Gemeinde habe mehr als 1000 Einwohner, habe ich gelesen. Senkrecht abfallende schroffe Felswände prägen das Relief. Abruchkanten ähnlich wie wir das vom Schweizer Jura kennen. In Compote parkieren wir bei der Kirche und steigen steil bergauf Richtung Mont Trelaud. Unser Ziel steht nirgends auf einem der vielen Wanderwegweiser. Wir haben auf einem KartenApp auf dem Handy eine Rundwanderung ausgewählt. Bis auf 2100m wollen wir aufsteigen. Unser Weg führt steil über Wiesen und durch den Wald. Da es  vorher ein paar Tage geregnet hat in dieser Gegend ist der Weg aufgeweicht und extrem glitschig. Ohne Stöcke wäre ein Vorwärtskommen kaum möglich. Lange steigen wir einen Wald hoch, überqueren zwei mal einen Bergbach (dies geht auch ohne Brücke ganz ordentlich) und sind froh endlich aus dem Wald raus zu kommen. Die Traversierung eines Lawinenkegels im steilen Gelände ist gut machbar. Der Schnee ist schon etwas aufgeweicht und gibt guten Halt. Jetzt sind wir auf 1600m und wir erreichen bergiges Gebiet. Oberhalb von uns ragt eine steile Felsarena gegen den Himmel. Ein etwas mulmiges Gefühl habe ich als wir unterhalb diesen Felsen einen steilen Hang queren. Hoffentlich löst sich kein Stein. Alles geht gut. Da der Weg nicht beschildert ist, sind wir auch etwas unsicher ob er auch noch sicher begehbar ist. Wir sind uns aber einig, dass wir nur so weit gehen solange wir unser Sicherheit nicht gefährden. Der Weg ist schmal und sehr ausgesetzt. Da es immer noch glitschig ist, müssen wir uns konzentrieren und langsam gehen. Die Szenerie ist gewaltig. Direkt über uns fallen Wasserfälle ins Tal und es lässt sich nicht vermeiden, dass wir auch geduscht werden. Doch wir sind verschwitzt und geniessen die Abkühlung. Auf einer schönen Aussichtskanzel beschliessen wir nicht weiter zu gehen. Es fehlen immer noch 500 Höhenmeter und in der Zwischenzeit ist es schon 15.00 Uhr. Der Wanderweg ist schwierig zu begehen wegen der Nässe und wir beschliessen den selben Weg wieder abzusteigen. Aber zuerst lassen wir uns verwöhnen von der Sonne, stärken uns mit  dem mitgetragenen  Proviant und  geniessen die Aussicht ins Tal. Die Felder sind noch nicht abgemäht und das Gelb der Blumen leuchtet bis zu uns auf diese Höhe.  Nicht weit von uns können wir eine Herde Gemsen beobachten, die leichtfüssig über die Schneelandschaft hüpfen und zwischen den Schneeresten die ersten grünen Gräser fressen. 

Auch wir machen uns wieder an den Abstieg. Etwas Respekt, da wir mehrmals ausrutschten am Aufstieg und auch schon Stürze hinter uns haben. Aber schon in dieser kurzen Zeit hat die Sonne gute Arbeit geleistet und der Weg ist schon etwas weniger sumpfig und glitschig. Wir kommen gut wieder zu unseren Autos und sind froh, dass wir entschieden haben, nicht weiter aufzusteigen.  Es wäre sonst sehr spät geworden und sicher hätte es noch ein paaar Schneefelder zu queren gegeben. Am grossen Dorfbrunnen von Compote waschen wir unsere dreckigen Schuhe und Annerös und ich gönnen uns auch ein abkühlendes Fuss und Beinbad.  

Auch am nächsten Tag gibt es noch eine kurze Wanderung. Das Wetter ist immer noch gut, aber es sind scho am Nachmittag Gewitter gemeldet. Darum wählen wir eine kurze Wanderung. Wir fahren in das kleine Dorf Alleves mit mehreren grossen Brünnen. Durch lichten Buchenwald steigen wir hoch zu den markanten Felsnasen, Tours Saint Jaques. Kalkhaltige Felstürme ragen steil gegen den Himmel. Sicher ein Paradies für Kletterer. Wir wagen nur kurze, einfache Aufstiege. Zurück bei den Autos erwarten uns dunkle Regenwolken, die sich aber bald wieder verziehen. So beschliessen wir an den nahen Fluss Cheran zu fahren und gönnen uns dort ein abkühlendes Flussbad. Gönnen ist vielleicht etwas geprahlt. Alfred gönnt sich das Bad, Hanspeter und Annerös können es geniessen aber ich brauche viel Überwindung bis ich endlich in die Fluten hüpfe. Vor dem grossen Regen kaufen wir das Abendessen ein, fahren auf 1700m auf den Pass Semnoz, wo wir bei Nebel und Regen unsere Busse parkieren, den Grill aufstellen und uns ein feines Abendessen kochen. Genau so soll es sein das Camperleben und wir sind uns einig, in der Haute Savoie gäbe es noch viel zu entdecken. 


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