Civitanova del Sannio

28.10.2019

 

Wie jedes Jahr steht auch jetzt eine Reise zu meiner Schwester nach Civitanova del Sannio an. Ich brauche mit dem Zug 10 Stunden. Im 2015 brauchte ich zu Fuss vier Monate. Ich lasse die Fussreise nochmals Revue passieren, während der Frecciarossa mit 300 km/h durch die Poebende rast. 

In Civitanova del Sannio mache ich eine Wanderung mit meiner Schwester Sabine und deren Partner Federico. Mit dem Auto fahren wir etwas unterhalb des Skigebietes von Campitello in den Mateserbergen. Wir sind die einzigen auf dem Parkplatz wo der Wanderweg zum Eremo di Sant' Egidio. Zum Glück kennen sich Sabine und Federico aus, denn es gibt nirgends einen Wanderwegweiser oder ein Zeichen wo der Wanderweg starten würde. Dies ist in dieser Gegend von Italien immer etwas schwierig, den Einstieg zu einer Wanderung zu finden. Dank der kundigen Führung meiner Schwester klappt dies aber heute einwandfrei. Unser Weg führt bergab, steinig durch einen lichten Buchen und Eichenwald. Hier hat der Herbst noch nicht Einzug gehalten und die Blätter haben sich noch nicht verfärbt. Im Wald leuchten lilafarbige Azaleen. In ständigem Auf und Ab erreichen wir die Einsiedelei von Sant' Egidio. In einer Waldlichtung steht diese Kirche mit einem Nutzgarten. Der Einsiedler betreibt wohl hier Selbstversorgung. Es gibt einen Schutzraum mit grossem Tisch, Cheminee und Gaskocher. Die Kirche ist geöffnet und an der Tür ist ein Zettel befestigt, dass der Pater heute nicht zu hause sei, da er zum Augenarzt nach Bojano musste. Wir tragen uns ins Gästebuch ein und picnicen vor der Kirche mit herrlichem Blick ins Tal von Bojano und die umliegenden Hügel. Die Einsiedelei ist ein altes Kloster, das aus der Zeit der Zisterziensern oder sogar Templern zurück ist. Es wurde zwischen dem neunten und zehnten Jahrhundert erbaut. 

Wir machen uns wieder auf den Rückweg. Als wir noch nicht weit vom Kloster entfernt sind, hören wir ein Glockengläut. Wahrscheinlich ist der Einsiedler wieder heimgekommen von seinem Augenarztbesuch und hat so seine Rückkehr kund getan. 

Wir wandern den gleichen Weg wieder zurück.

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28.10.2019

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