Obwaldner Höhenweg Teil 2

21.09.2019

 

Ich habe gut geschlafen im Naturfreundehaus auf dem Brünig und nach einem ausgiebigen Frühstück mache ich mich gutgelaunt auf den weiteren Weg. Heute will ich das Brienzer Rothorn erklimmen. Bald schon steigt der Wanderweg an, zuerst auf einem steilen Waldweg, anschliessend auf einem Wanderweg. Das Wetter ist perfekt und die Tiefblicke auf den Brienzersee sind atemberaubend. Auf diesem Wanderweg wandere ich nicht alleine. Es sind viele Wanderer unterwegs und je näher ich dem Gipfel komme je mehr Volk. Das stört mich nicht, war ich doch bis jetzt alleine und geniesse somit hier und da einen kurzen Schwatz.

Auf der Wanderung zum Brienzer Rothorn reihen sich Höhepunkt an Höhepunkt. Immer mehr verschneite Gipfel zeigen sich, der Brienzersee leuchtet türkisblau und die Tiefblicke sind spektakulär. Ich merke die zurückgelegten Höhenmeter kaum, geniesse ausgiebige Pausen und stehe trotzdem schon am frühen Nachmittag auf dem Gipfel des Rothorns. Im Restaurant   gönne ich mir Glace und einen Kaffee und unterhalte mich mit Polo und Claudia. Polo ist Mexikaner und Claudia aus Interlaken. Zusammen führen sie das Hotel Blume in Unterseen. Wir unterhalten uns gut und ich freue mich über  diese Plauderei. Ursprünglich habe ich geplant am Abend mit der Luftseilbahn runter nach Sörenberg zu fahren und dort auf dem Campingplatz zu nächtigen. Da sich meine Wanderbegleitung aber für den nächsten Tag abgemeldet hat, sehe ich keinen Grund ins schattige Tal zu fahren und möchte auf dem Gipfel übernachten. Es sieht aber schwierig aus hier oben ein flaches Plätzli ohne Steine für mein Zelt zu finden. Der einzige Ort könnte der Schöngütsch sein, ein Gipfel neben dem Rothorn.  So steige ich mit Sack und Pack auf den Schöngütsch und wirklich da  gibt es ganz oben ein Graspfad, der genau der Grösse des Zeltes entspricht.  Hier könnte ich campieren. Ich gehe wieder runter ins Restaurant, natürlich auch wieder mit dem schweren Rucksack am Rücken,  wasche mich auf der Toilette und esse im Hotel das Abendessen. Ob ich ein Zimmer habe, werde ich gefragt und wo ich denn schlafe weil ja die letzte Bahn gefahren sei. Etwas ausweichend gebe ich Antwort, aber es ist klar, dass ich campieren will. Der Hotelbesitzer fragt aber nicht weiter und nach dem Essen steige ich wieder mit Sack und Pack auf den Schöngütsch und erfreue mich  am  atemberaubendem Sonnenuntergang im Westen und dem Vollmond Aufgang im Osten. Ich bin mit mir und der Welt zufrieden, stelle das Zelt auf, sehe wie im Tal und auf den Bergspitzen die Lichter angehen und schlüpfe zufrieden ins Zelt. Es ist kaum Platz auf dem Grat für den Ein-und Ausstieg aus dem Zelt und ich muss vorsichtig sein um nicht im steilen Gelände abzustürzen. Aber auch wenn das wild campieren nicht nur Vorteile hat ist es doch ein riesiges Privileg an so spektakulären Orten die Nacht verbringen zu können.

Am Morgen  stehe ich für den Sonnenaufgang auf. Weiter unten auf dem Weg sehe ich Steinböcke. Eine ganze Herde ist am grasen. Was für ein Start in einen neuen Morgen. Ich packe zusammen und als ich zum Restaurant des Rothorns gehe begegne ich Rosmarie, Alois und Linda, Freunden von uns. Auch sie nutzen das schöne Bergwetter und kamen mit der Seilbahn von Sörenberg.  Zusammen trinken wir Kaffee, ich esse ein Frühstück und schweren Herzens schwebe auch ich runter ins Tal . Von Sörenberg will ich auf den Glaubenbergpass wandern. Zuerst führt mein Weg etwas schattig entlang der Waldemme und dann steigt es sumpfig hoch auf die Jänzimatte und weiter zum Glaubenbüelenpass. Da hätte ich beim Kiosk Bergkäse kaufen können, aber leider ist mein Rucksack schon ohne Käse schwer und ich lasse den Bergkäse da wo er ist. Schade. Auf Alpwegen führt mein Weg zum Sattelpass, wo ich in einer Alpwirtschaft selber gemachte Mandelstängel esse. Mmh, die schmecken wunderbar auch wenn die Wirtin etwas unfreundlich wirkt.

Es ist heiss und der Aufstieg auf die Trogenegg lässt den Schweiss in Strömen fliessen. Der weitere Weg verläuft wunderschön durch ein Hochmoorgebiet, leicht sumpfig,  durch Heidelbeerstauden, die sich schon etwas rot verfärben.  Eine spannende und schöne Gegend. Ich erreiche den Glaubenbergpass und die letzte Stunde bis Langis verläuft leider noch auf Asphalt. In Langis übernachte ich im Matrazenlager, da überall Schilder sind, dass campieren im Hochmoor verboten sei. 

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28.10.2019

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