Via Alpina von Triest - Matavun

14.08.2019

 

Nach unserer Schweizumrundung haben wir ein neues Projekt ausgesucht. In den Alpen sollte es sein, ohne Flugzeug erreichbar sein und wieder etwas, was einen langen Atem braucht. So haben wir uns entschieden diesen Sommer drei Wochen auf der Via Alpina zu wandern. Wir könnten uns vorstellen jedes Jahr wieder einen Teil zu wandern. Genügend Etappen gibt es ja. Der rote Weg der Via Alpina startet in Triest und führt durch den Alpenbogen bis nach Monaco. 161 Etappen durch acht Länder. Da haben wir noch viel zu tun.

Jetzt sind wir erstmals in Triest und etwas geschockt über die Hitze, die uns  erschlagen will. Den Reisetag haben wir in klimatisierten Bahnwagen verbracht und jetzt schleppen wir uns mit unseren schweren Rucksäcken zum Hotel.Ob das die ganzen drei Wochen so heiss sein wird? Hoffen wir nicht, sonst wird es ziemlich übel.

Der Start am nächsten Morgen ist gemütlich. Mit der Fähre lassen wir uns über die Bucht nach Muggia fahren. Da gönnen wir uns zuerst ein Bad im Meer und einen Kaffee. Ein schönes Städtchen mit einem farbigen Hafen und einem Dorfplatz voller Leben. Wir freuen uns. In Muggia finden wir keinen Wegweiser oder Hinweis, dass hier dieser europäische Fernwanderweg startet. Wir sind auch die Einzigen mit schwerem Rucksack und Wanderschuhen. Alle anderen sehen eher wie Sonntagsbadeausflügler aus. 

Der Start lässt uns schon mal aus allen Poren schwitzen, steil geht es bergauf auf  heissem Asphalt. Es ist ein heisser, schwüler Tag und als wir an einem schattigen Waldrand Pause machen kommen junge dunkelhäutige Männer aus dem Wald. Wir denken, dass sie Höhlen besucht haben könnten, oder ein Flüchtlingsheim auf einem Ausflug. Wir werden freundlich in englisch gegrüsst. Bei unserem Rastplatz gibt es einen Brunnen und durstig trinken die Männer Wasser und waschen sich die verschwitzten Gesichter. Immer mehr Männer kommen und wir fragen ob sie auf einer Ferienreise seien. Ein Mann, der etwas besser englisch sprach, klärte uns auf, dass sie Flüchtlinge aus Bangladesch und Pakistan seien und jetzt den ersten Schritt in Italien machen. Sie freuen sich auf ein neues Leben, sie wollen nach Milano. Wir wünschen ihnen Glück und sind verunsichert und viele Fragen stellen wir uns. Mit leeren Händen kommen diese Männer über die Grenze, keine Tasche, keine Kleider nichts. Wir wissen auch, dass sie wahrscheinlich bald wieder zurückgeschickt werden und Milano oder der Traum vom besseren Leben  nie erreichen werden. Nachdenklich wandern wir weiter.

Die Etappen haben wir auf der Internetseite der offiziellen Via Alpina Homepage zusammengestellt. Wir müssen aber schon am ersten Tag bemerken, dass wir langsamer sind als dort die Zeiten angegeben und viel mehr Zeit einberechnet werden muss. Schon am ersten Tag kommen wir erschöpft, nassgeschwitzt aber zufrieden im vorbestellten Bed and Breakfast an. Diese Übernachtung liegt direkt neben der Berghütte des CAI, dem italienischen Alpenclub. Es ist mit 86m über Meer die tiefst gelegene Berghütte des CAI. Es wäre Fest mit Musik. Aber leider beginnt es zu regnen und die Musiker bauen ihre Instrumente wieder ab.

Die Weiterwanderung durch das Rosandra Tal ist wunderschön. Eine enge Schlucht im Karstgebiet mit einem Fluss mit herrlichen Badebecken. Zu früh am Morgen für ein Bad, denken wir. Da haben wir einen Überlegungsfehler gemacht. Wir werden auf unserer Wanderung kaum mehr Flüssen mit Wasser begegnen, da das Wasser in diesem karstigen Gebiet schnell versickert. Aber so staben wir mit langen Schritten weiter und haben dieses bezaubernde Tal etwas zu wenig genossen. Später ist man immer klüger.

Auch heute ist es sehr heiss und als wir die Grenze zu Slowenien überschreiten und hochsteigen auf den Berg Kokos fliesst der Schweiss in Strömen. Schnell erreichen wir das Gestüt in Lipica und in unserer Wanderbeschreibung steht, dass es einen Durchgang direkt durchs Gestüt gebe. Leider sind die Tore verschlossen und wir stiefeln noch eine Stunde auf Asphalt rund um das Gestüt bis wir die stolzen, weissen Lipizzanerpferde sehen. Auch heute sind wir viel länger unterwegs als geplant und besuchen darum das Gestüt erst am nächsten Tag.  

Ein nasser Wandertag steht uns bevor. Wir wandern in Regenkleider, schwitzen aber stark und so sind wir doch immer beschäftigt mit dem  Kleiderwechsel. Wir essen in einem Unterstand getrockneten Karstschinken und warten bis wieder eine Gewitterzelle weiter zieht. In Matavun besuchen wir die eindrücklichen Skocjanske Jame. Riesige Höhlen mit unterirdischem Fluss. Wieder am Tageslicht geht es weiter bis wir einen geeigneten Schlafplatz finden hinter einem Bienenhaus wo wir campieren. In Slowenien nicht gern gesehen und so haben wir uns einen etwas versteckten Platz ausgesucht. Auch wenn es immer mal wieder regnet verbringen wir einen gemütlichen Abend.

 

 

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28.10.2019

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