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Westwärts

Aktualisiert: März 2


Es ist Zeit auch noch die Wanderung westwärts unter die Füsse zu nehmen. Es ist Mitte September und ein trüber Sonntagmorgen als wir vor unserer Haustüre starten. Wir wandern durch Niederönz, über den Önzberg zum Inkwilersee. immer wieder schön und wir sitzen, schauen auf den kleinen See und erfreuen uns an den ersten Sonnenstrahlen die den Hochnebel vertreiben. Unser Weg führt uns lange durch den grossen Wald zwischen Subingen, Deitingen und Wangenried. Wir treffen einen einsamen Pilzsammler an, der uns gerne sein Wissen weitergibt. Er zeigt uns einen gesammelten Pilz, einen Röhrling, der auf Druck stark blaut. Das heisst die Farbe wechselt bei Druck von bräunlich auf blau. Mit einem Up-date in Pilzkunde verlassen wir den Wald und verspeisen in Subingen auf dem Spielplatz unsere Sandwiches ohne Pilze. In der Zwischenzeit hat der Nebel der Sonne Platz gemacht und es ist ein warmer Herbsttag. Bis nach Gerlafingen unserem Tagesziel wandern wir etwas viel auf Asphalt und durch urbane Gegend.

An unserem zweiten Westwärtswandertag bläst eine kalte Bise und so entscheiden wir in Leuzigen zu starten und bis nach Gerlafingen zu wandern mit de Südwestwind im Rücken. Von Leuzigen Dorf steigen wir hoch mit schöner Aussicht auf den Jura und zur Aare in den Leuzigerwald. Ein Wald zum verlaufen. Gross ist der Wald mit vielen Wegverzweigungen. Wir finden aber wieder raus aus dem Wald und wandern mit Aussicht in die Berner Alpen windgeschützt dem Waldrand entlang. Hier hat es viele Spaziergänger unterwegs, die, wie wir die wärmende Herbstsonne geniessen. Nach Lohn-Ammansegg wandern wir dem Biberenbach entlang, einem kleinen Nebenfluss der Emme. Hier fallen die verschiedenen roten Beeren auf, die von den Sträucher leuchten. Ebererschen, Hagebutten, Heckenkirschen und dazwischen Brombeeren oder Holunder. Der Boden ist übersät von Buchnüssen. Ob da die Eichhörnchen schon genug Wintervorrat gesammelt haben? Auch ich verfalle dem Sammeltrieb und fülle meine Taschen mit farbigen Herbstschätzen, die Daheim noch lange an die heutige Wanderung erinnern.

Über den Zwingherrenhubel erreichen wir die Emme und somit Gerlafingen.

Da es im Mittelland Hochnebel hat überspringen wir zwei Etappen und reisen an diesem Novembersonntag in den Berner Jura nach Corgemont. Die Sonne scheint aber wir starten in Kappe und Handschuhen. Bald schon wird es uns warm steigen wir doch steil hoch nach Jeanbrenin. Wir begegnen keiner Menschenseele als wir durch den Buchenwald im raschelnden Laub bergauf laufen. Oben angekommen erwartet uns ein Hochplateau mit Schnee. Winterlich sieht es aus. Wir wandern zwischen Wälder, über Weiden wie das für den Jura typisch ist. Parkähnlich und manchmal mutet die Landschaft etwas nordisch an. Die Aussicht ist nicht spektakulär steht doch der Chasseral vor den Alpen. Dafür thront die Antenne majestätisch. Auf dem Col du Mont Crosin gibt es Mittagspause. Hanspeter lässt einen Schneemann zum Leben erwachen und ich bin in der Outdoorküche tätig und koche Raclette auf dem Kerzenöfeli. Vollgegessen mit schweren Bäuchen wandern wir weiter Richtung Mont Soleil. Die Windmühlen sind schon von weit her sichtbar und wir haben nicht mit so Vielen gerechnet. Jetzt sind viele Sonntagsspaziergänger unterwegs und geniessen das kalte aber sonnige Winterwetter. Wir wandern vorbei an der grossen Photovoltaikanlage und staunen über die Grösse und Höhe der Windmühlen. Bald schon erreichen wir die Ferienhaussiedlung und kurz darauf die Bahnstation des Funiculaires, das uns ins Tal nach St. Imier bringt.

In der Zwischenzeit ist Winter und wir haben die Wanderung von Leuzigen nach Romont immer etwas hinausgezögert, führt sie uns doch recht lange durch Grenchen mit Vororten und Industriegebiet. Manchmal war es uns zu sonnig, manchmal zu neblig oder zu regnerisch. Heute ist es aber so weit und wir wollen mit Zug und Bus nach Leuzigen zum Startpunkt fahren. Aber schon in Solothurn werden wir ausgebremst, als uns der Bus nach Leuzigen vor der Nase wegfährt. Schnell haben wir den Plan B zur Hand und fahren mit dem Zug nach Selzach, wo wir unsere westwärts Wanderung starten. In den letzten Tagen hat es viel geregnet und es sind grosse Pfützen oder kleine Seen auf den Feldern. Wir wandern nach Altreu und die Störche empfangen uns klappernd. Wir amüsieren uns über ein Storchenpaar. Ein Storch, sagen wir mal das Männchen, kommt nach Hause ins Nest wo es von seiner Partnerin erwartet wird. Frau Storch klappert und Herr Storch gibt klappernd Antwort. " Wo warst du so lange, warum kommst du erst jetzt?" " Ich wurde aufgehalten, aber bin ja jetzt da." Du bist viel zu spät und lässt mich mit der ganzen Hausarbeit alleine."

Mit einem Lächeln im Gesicht wandern wir durch die flache Grenchner Witi. Auch hier ist "Landunter" und das Ackerland ist überflutet. So wie Tafeln aufzeigen gibt es in der Witi Ackerbau aber auch einen geschützten Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Ein Teil der Grenchner Witi ist ein Wasser und Zugvogelreservat, es gibt eine Hasenkammer und der Laubfrosch soll seit 2014 auch wieder angesiedelt sein.

Bei einem Hofladen kaufen wir uns einen saftigen Apfel und erreichen Grenchen, zuerst wandern wir entlang des Flugplatzes, kommen zum Bahnhof Grenchen Süd und essen unser Sandwich auf einer Bank in der Innenstadt. Der Aufstieg nach Allerheiligen ist harmlos, auch wenn wir bald durch den Schnee stapfen müssen. Weiter geht es durch den Wald bis wir das kleine Dorf Romont auf Bernerboden erreichen. Noch schnell checken wann der Bus uns ins Tal bringt. Da erleben wir die zweite ÖV Überraschung heute. Der Bus fährt nur alle zwei Stunden. Um 13.00 wäre ein Bus gefahren und jetzt um 15.00 fährt just keiner. Da zwei Stunden warten keine Option ist wandern wir noch 40 Minuten steil und glitschig hinunter nach Lengnau.

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