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Südostwärts 5. Teil Lavertezzo - San Jorio

Nach unserem gemütlichen Tag in Lavertezzo geht es wieder weiter, weg vom Massentourismus. Wir haben einen happigen Aufstieg vor uns auf den Bocchetto di Rognoi auf 2219m und dann weiter zur Selbstversorgungshütte Capanna Borgna. Aber alles der Reihe nach. Von Lavertezzo aus steigt der Weg steil über Treppen hinein in das stille, wilde Val Carecchio. Schon nach wenigen Metern begegnen wir keiner Menschenseele mehr. Nur noch wir, der Bach, der Wald und die steilen Hänge. Es ist ein langer Aufstieg von Lavertezzo, das auf 536m liegt hinauf auf den Pass Rognoi. Der Weg wird immer steiler und die Landschaft verändert sich von Wald, zu Alpweiden bis knapp unter dem Pass eine felsige Blocklandschaft das Landschaftsbild prägt. Ganz oben brauchen wir auch zwischendurch die Hände für kleine Klettereien. Der Wind zieht über den Pass und wir machen trotz Kälte Pause und schauen auf das neue Panorama das sich uns auftut. Der Blick zum Lago Maggiore, neue Berge, Täler und Weiden. Das Tessin zeigt sich uns da auch wieder von seiner wilden Seite.

Nur noch ein kurzer Abstieg und wir sind die Ersten, die die Capanne Borgna erreichen. Der Schlüssel steckt und wir gönnen uns ein kühles Getränk. Bald kommen die nächsten Gäste an. Wegen der Coronasituation werden die 27 Betten in der Hütte nicht alle belegt und wir waren für eine Reservation schon zu spät und stellen unser Zelt vor der Hütte auf. Es ist uns jeweils recht in unserem Zelt zu nächtigen und nicht in staubigen Touristenlager. Die Hütte ist gut ausgestattet mit Gasherd und Wasser und wir kochen uns ein feines Abendessen und geniessen das Zusammensein mit anderen Wanderer.

Am nächsten Morgen sind wir die Letzten, die die Hütte wieder abschliessen und uns auf den Weg machen. Wir steigen hoch zum Passo Ruscada und von da weiter hoch zur Bocchetta della Cima dell Uomo. Nur noch ein zehnminütiger Aufstieg wäre es hinauf auf den Gipfel, denCima dell Uomo. Da aber eine Ziegenherde im losen Gestein herumturnt und viele Steine hinunterpoltern, ist es uns da nicht wohl und wir machen uns schnell weg aus der Gefahrenzone. So ein loser Stein könnte doch schwere Kopfverletzungen machen.

Unser Weg ist noch weit über den Cima d`Erbea geröllig, steil runter und mindestens wieder so steil hinauf. Bei der Capanna Albagno gönnen wir uns Kuchen und Kaffee. Eine wunderschöne Hütte mit netter Bewartung. Wir lassen unsere müden Beine etwas ausruhen bevor wir den langen Abstieg nach Mornera unter die Füsse nehmen. Kurz vor Mornera treffen wir wieder auf mehr Menschen, führt doch eine Seilbahn von Bellinzona hoch nach Mornera. Kurz nach Mornera stellen wir unser Zelt in der Nähe eines Spielplatzes an einem kleinen See auf. Unser Nachtplatz ist etwas nah an der Zivilisation und wir sind unsicher ob wir da erwünscht sind. Ein älteres Ehepaar spaziert an uns vorbei und meint, dass wir da einen schönen Schlafplatz gefunden hätten. Recht haben sie. Wir kochen uns feine Nudeln, waschen uns am Brunnen und geniessen den warmen Sommerabend.

Der Abstieg nach Bellinzona ist lang und je tiefer wir ins Tal kommen, desto heisser wird es. Der Schweiss fliesst in Strömen, besonders als wir die letzte Stunde auf Teer in die Stadt laufen. Da ist viel los, Mercato in città. Wie essen eine Pizza im Restaurant, kaufen für die nächsten Tage Lebensmittel ein und machen uns am späteren Nachmittag an den langen Aufstieg zum Monti die Ravecchia. Die Beine schon etwas müde vom vorherigen Abstieg, die Sonne scheint heiss, und so kämpfen wir uns wieder Höhenmeter um Höhenmeter bergauf. Bald schon können wir einen schönen Blick über Bellinzona geniessen. Wir sind froh, dass der Weg oft im Wald verläuft. Zwei Stunden und vielen Schweisstropfen später erreichen wir das Grotto Rosetta. Der Blick schweift von hier über die Magadinoebene, den Lago Maggiore bis zu den chneebedeckten Walliser Alpen.

Wir dürfen auf der Wiese der Grottos unser Zelt aufstellen und geniessen ein feines Tessinerplättli im Grotto und anschliessend ein ausgesprochen gutes Dolci.

Unser letzer Wandertag hinauf auf San Jorio. Freudig aber auch etwas wehmütig gehen wir los. Wir steigen auf zum zum Sasso Guida, wo wir die schöne Aussicht geniessen und lange an der Sonne sitzen und die Umgebung auf uns wirken lassen. In der Alpe Gesario gibts noch einen Kaffee bevor wir noch den letzten Aufstieg auf den Passo San Jorio auf 2012m erreichen. Unser Ziel von unserer Südosttour. Wir stellen unser Zelt bei der Kapelle auf und sind glücklich und zufrieden. Den Abend verbringen wir im Rifugio Jorio. Wir freuen uns über eine Dusche aber leider hat es im Rifugio im Moment kein Warmwasser aber die Hüttenwarte kochen uns Wasser und mit einer Schöpfkelle schöpfen wir das warme Wasser über uns. Das tut gut.

Wir geniessen einen wunderschönen Abend und stimmungsvollen Morgen auf unserem Zeltplätzli bei der Kapelle und steigen am anderen Morgen runter zur nächsten Postautohaltestelle und reisen in 4 Stunden nach Hause was wir in 21 Wandertagen erwandert haben. Wunderbare Sommerferien gehen zu Ende im Coronajahr. Wir haben unsere Südostfussreise genossen und wieder viele neue Eindrücke der Schweiz gewonnen.



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