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Alpenpanoramaweg Teil 3 Stein - Egg SZ

Aktualisiert: vor 4 Tagen


in der Zwischenzeit ist es Winter. Heute begleitet mich wieder Liliane und auch Hanspeters Bruder Urs. Im Mittelland hockt der Nebel. Wir freuen uns über den Sonnenschein als wir in Stein aus dem Zug steigen. Es gibt kein Starterkaffee. Der Ochsen in Stein hat Ferien und das Café Ziehler am Donnerstag Ruhetag. Es geht auch ohne (muss ja). Am Anfang sind die Schneeschuhe noch nicht nötig und wir steigen dem Dürrenbach entlang hoch. Steil, schattig und mit Schnee und Eis ein recht anspruchsvoller Aufstieg. Der Dürrenbach ist mit vielen Kaskaden gebändigt worden. Im Sommer hätte es da viele Badebecken. Heute ist es uns allen doch zu kalt.

Bald schon montieren wir die Schneeschuhe und steigen stetig weiter aufwärts Richtung Vorder Höhi. Es ist still und nichts zu hören als das Knirschen unter unseren Schneeschuhen, meditativ steigen wir höher und höher. So stelle ich mir eine Schneeschuhwanderung vor. Auf der Vorder Höhi angekommen ist wieder mehr los. Da gibt es Tourenskifahrer, Winterwanderer und Schneeschuhläufer. Aber es hat genug Platz für alle und wir essen unser Picnic mit Blick zum Säntis, Churfirsten und ins Rheintal. Es ist windig und bald schon brechen wir wieder auf Richtung Arvenbühl. Wir können nicht dem Alpenpanoramaweg rund um den Gulmen folgen, da es eine Wildschutzzone ist und auch Lawinen gefährlich. Wir folgen dem Winterwanderweg Richtung Arvenbüel und weiter nach Amden. In der Zwischenzeit hat sich die hochnebelartige Bewölkung verzogen und Amden zeigt sich wunderschön in der Abendsonne und hier gibt es sogar einen Kaffee bevor uns das Postauto kurven- und aussichtsreich ins Tal bringt.

Die nächste Wanderung wäre geplant von Amden runter nach Weesen und dann flach durch die Linthebene nach Reichenburg. Da es an diesem Samstag neblig ist im Tal beschliessen wir im Nebel zu starten und in die Sonne zu wandern. Heute begleitet mich Hanspeter, Ursula und Martin. Corona hält die Schweiz weiterhin in Atem und ich ringe mit mir ob eine Wanderung in Begleitung mit langer Anfahrt in ÖV noch vertretbar ist oder nicht. Das Herz sagt ja, der Verstand ist kritischer und sagt aber schlussendlich auch ja.

Wir steigen bei dichtem Nebel aus dem Zug in Reichenburg und wandern in mystischer Nebelstimmung los. Wir freuen uns über die ersten Sonnenstrahlen und als sich der Nebel immer mehr verzieht und dem blauen Himmel Platz macht sind wir alle in Hochstimmung. Unsere Wanderung verläuft aber noch grösstenteils im Schatten. Wir wandern durch Bilten, Niederurnen und Ziegelbrücke. Landschaftlich nicht Höhepunkte aber um uns ist eine imposante Bergwelt, der Nebel hat in der Zwischenzeit der Sonne Platz gemacht, wir sind an der frischen Luft, Bewegung, interessante Begleitung und gute Gespräche. Der Wanderweg führt von Ziegelbrücke dem Linthkanal entlang Richtung Weesen. Es ist warm und auch wenn der Weg schnurgerade verläuft ist der Weg nicht langweilig da der Linthkanal da renaturiert ist. An diesem sonnigen Samstag ist viel los am Ufer des Walensees und viele Spaziergänger geniessen das milde Klima in Weesen. Auch wir machen eine längere Pause mit Blick auf den spiegelglatten See, den Jet d`eau, die umliegende imposante, schneebedeckte Bergwelt. Wir sind zufrieden.

Weiter geht es kurz entlang des Walensees, vorbei an imposanten Villen und steigen dann steil bergan. Bald schon ziehen wir Schicht um Schicht aus und können problemlos im T-Shirt hochlaufen und das am 12.Dezember. Durch den Wald steigen wir hoch und die Aussicht auf den Walensee wird mit jedem Höhenmeter spektakulärer. Auf dem Trottoir müssen durch die Strassengallerie wandern. Hier im Felsen gibt es keinen Wanderweg. Aber es ist nur ein kurzes Stück und wir können wieder von der Strasse weg auf den historischen Treppenweg. Dieser Treppenweg war Jahrhunderte lang der Hauptzugang für Amden und gehört heute zum Kulturgut. Hunderte von Steinstufen führt der Weg bergauf bis zu einer Felswand, wo sich viele Kletterer aufhalten. Wir steigen weiter hoch immer wieder werden wir mit wunderschöner Aussicht belohnt auf den blauen See den imposanten Mürtschenstock und Glarneralpen. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir Amden bevor die Sonne hinter den hohen Bergen verschwindet.

Die nächste Wanderung starten wir in Lachen. Letzten Frühling auf unserer "Ostwärtswanderung" sind wir den Teil von Reichenburg nach Lachen schon gewandert. Heute begleitet mich Hanspeter und mein Patenkind Hanne. Es ist der Stephanstag und daher eine Weihnachtswanderung. Gestern hat es geschneit und in Lachen starten wir noch im Grünen sehen aber die umliegenden verschneiten Hügel. Gut haben wir die Schneeschuhe im Gepäck. Bald schon steigen wir bergauf und der Weg ist schmierig-dreckig-glitschig. Je höher wir steigen je wintriger wird es. Bald schon wandern wir durch eine märchenhafte Winterlandschaft. Beim Bräggerhof hat es einen vollen Parkplatz und jetzt sind viele Schneeschuhläufer unterwegs. Die Tannen sind schneebedeckt, der Himmel ist blau und der frische Schnee glitzert. Eine Wintertraumlandschaft. Je höher wir aufsteigen wie spektakulärer wird die Aussicht auf den Zürichsee. Vor dem Haus des Skiclubs Lachen, essen wir unsere Sandwiches an der Sonne. Es ist windstill und warm an der Sonne. Der letzte Aufstieg bis zum Stöcklichrüz ist nur noch ein Katzensprung. Der Triangulationspunkt mit Pyramide steht auf 1246m mit hervorragender Aussicht auf den Zürichsee, mit Hügeln und Bergen und auf der anderen Seite auf die Hochebene von Einsiedeln. Wir geniessen die Aussicht und gleiten mit den Schneeschuhen problemlos durch den Tiefschnee, durch verschneiten Märchenwald und über die Anhöhe der Müligassegg auf die Chörnlisegg. Der ganze Weg mit Aussicht, durch Wintermärchenwelt. Wunderwunderschön.

Da in Egg nur alle zwei Stunden ein Postauto fährt haben wir genügend Zeit und machen den kurzen Abstecher nach St. Meinrad mit der Kapelle aus dem 13. Jahrhundert und dem imposanten Gasthaus, das auch als Pilgerherberge dient, führt doch der Jakobsweg hier durch auf dem Weg nach Einsiedeln. Ein imposanter Ort, der heute stark bevölkert ist von Sonnenhungrigen zu Fuss oder auch mit dem Auto unterwegs auf der vereisten Etzelpassstrasse.

Wir wandern im warmen Abendlicht hinunter nach Egg. Kurz werden wir nervös, da das Postauto nicht zur angegebenen Zeit einfährt. Was wenn da heute kein Kurs verkehrt? Es ist schattig, kalt und wir sind müde und ob wir mit Autostopp nach Einsiedeln kommen ist etwas unklar in dieser Coronazeit. Doch bevor wir einen Plan B brauchen fährt das Poschi vor und bringt uns in schönem Abendlicht nach Einsiedeln.

Was für eine schöne Winterweihnachtsmärchenwanderung.

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