• Wandermeile

Val Müstair

Aktualisiert: Juni 11


Ich freue mich riesig auf ein paar Tage Sonne, Berge und Schnee. Wir haben eine Ferienwohnung in Valchava im Münstertal gemietet und reisen mit Zug und Postauto. Schon die Anfahrt von Zernez über den Ofenpass ist ein Erlebnis. Berge, so weit das Auge reicht, der Schnee glitzert in der Sonne und wir können es kaum erwarten in diese Schneezauberlandschaft einzutauchen. Nur kurz verweilen wir in der Ferienwohnung und unternehmen einen ersten Spaziergang entlang des Flusses Rom von Valchava nach Sta. Maria. Da wo der Schnee schon geschmolzen ist wandern wir weich auf einem roten Teppich von Lärchennadeln. Dann gibt es aber auch immer wieder Stellen mit Schnee und Eis zu queren. Die letzten Sonnenstrahlen wärmen uns und wir sind voller Tatendrang für die kommenden Tage.

Das Postauto bringt uns nach Lü, einem kleinen Dorf auf 1916m. Von Lü aus wandern wir gemütlich auf einem breiten Winterwanderweg zur Alp Champatsch. Es hat einige Spaziergänger, die auf dieser einfachen Wanderung unterwegs sind. Auf der Alp Champatsch gönnen wir uns an der Sonne einen Kaffee und erkundigen uns über den Verlauf unserer geplanten Schneeschuhtour. Wir wollen über den Pass da Costainas und dann weiter über den Sassalba Pass wieder zurück nach Lü. "Dies sei gut möglich", sagt uns die Frau von der Alp Champatsch und so schnüren wir unsere Schneeschuhe und steigen hoch Richtung Pass da Costainas. Jetzt sind wir alleine unterwegs. Aber wir folgen einer vorhandenen Schneeschuhspur und so ist das Gehen nicht allzu schwierig. Die Sonne scheint warm und der Aufstieg lässt uns ganz schön ins Schwitzen kommen. Auf dem Pass essen wir unsere Brötchen. Herrlich, in dieser Bergwelt zu picnicen, weit ab von Massenschneetourismus. Wir sitzen lange und gemütlich an der Sonne, bis uns bewusst wird, dass wir noch drei verbleibende Wanderstunden brauchen bis zurück nach Lü. Also, jetzt aber vorwärts, das letzte Postauto wartet nicht auf uns. Meditativ steigen wir den Berg hoch, ein Schritt vor den anderen. Nur eine kurze Pause gönnen wir uns auf dem Pass Sassalb um über die Alp Tabladatsch runter nach Lü zu steigen. Wir erreichen das letzte Postauto und fahren zufrieden zurück in unsere Ferienwohnung.

Auch der nächste Tag verspricht herrliches Winterwanderwetter. Das Postauto bringt uns über den Ofenpass nach Buffalora, wo wir eine Schneeschuhtour auf der Hochebene Jufplaun unternehmen. Es sieht aus wie in Kanada (ich war zwar noch nie da, stelle es mir aber so vor). Bäume, Schnee, welliges Gelände, kein Haus nur Berge, Natur und wir. Solche Momente lösen schwallweise Glücksgefühle aus bei mir. Wir fahren am Nachmittag zurück in die Ferienwohnung ruhen uns aus und gehen abends wieder los auf eine geführte Schneeschuhtour. Sepp, unser Guide, mahnt uns wir sollen diese Vollmondschneeschuhtour schweigend gehen. Die Stille auf uns wirken lassen, das Knirschen des Schnees soll das einzige Geräusch sein. Der Vollmond erleuchtet die Landschaft auf dem Ofenpass, die Landschaft erscheint märchenhaft, magisch und unsere Gruppe wandert schweigend durch die verzauberte Landschaft. Bei der anschliessenden Gerstensuppe im Restaurant auf der Ofenpasshöhe wird munter diskutiert. Alle Mitglieder haben diese Vollmondwanderung sehr genossen.

Zum Abschluss unserer Ferientage im Val Mustair wollen wir den Munt Buffalora mit 2627m besteigen. Der Aufstieg geht problemlos und wir sind überwältigt vom grandiosen Rundblick. Es weht ein kalter Wind auf dem Gipfel und lange halten wir es nicht aus ganz oben. Weiter unten sitzen wir aber noch lange an der Sonne und lassen die sonnigen Wintertage nochmals Revue passieren.

Die ersten Nachrichten des Coronavirus haben uns in dieser Zeit erreicht. Noch ganz weit weg fühlte sich dieser Virus an, besonders wenn man so wie wir in der Natur unterwegs ist. Zu der Zeit konnten wir nicht ahnen was uns in naher Zukunft erwartet.


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