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Übernachten


Die Übernachtung im Zelt in freier Wildnis finde ich nicht ganz so einfach. Es fängt schon an mit dem geeigneten Platz zu finden. Flach sollte es sein, wenn möglich Gras, etwas weg von der Zivilisation, aber nicht zu einsam, schöne Aussicht wäre ideal. Ich sehe tagsüber immer wieder solche Plätze, aber da ist es noch zu früh zum Bleiben.

Angst, alleine zu campieren, habe ich nicht, aber manchmal fürchte ich mich schon etwas. Besonders wenn es am Einnachten ist. Meine Antifürchtstrategie ist, schon vor der Finsternis ins Zelt zu kriechen und noch etwas zu lesen. Aber nicht Krimis wie ich das sonst tue.

Wenn möglich schaue ich, dass ich mein Zelt in der Nähe eines Restaurants aufstelle. So kann ich dort essen. Wenn das nicht möglich ist, kaufe ich vorher ein.

Heute Morgen habe ich das Glück gehabt und kam schon nach 30 Minuten wandern zu einem ****Hotel. Das Frühstücksbuffet für die Gäste ist schon aufgetischt und für zwanzig Franken gehöre ich auch dazu. Da gibt es Brot, Müesli, Früchte (da wandern auch gleich zwei Früchte in den Rucksack) Kuchen (die haben auch noch Platz im Rucksack) Kaffee so viel ich will. Paradiesische Zustände, auch wenn ich von meinem Outfit her nicht zu den anderen Gästen passe.

Was auch immer ein Thema ist beim "wild campieren" ist die Toilette. Gestern in Ponte Tresa angekommen, suchte ich das Strandbad. Leider gibts das in Ponte Tresa nicht, so fuhr ich mit dem Zug nach Caslano, musste noch 15 Minuten zum Strand laufen und war dann endlich im ersehnten Nass. Da konnte ich auch gleich duschen.

Heute Morgen im Nobelhotel genoss ich die elegante Toilette, erschrak etwas über meine abstehenden Haare, konnte auch diese bändigen, Zähne putzen, Unterhosen auswaschen und nach langer Zeit im Bad wurde aus der Waldfrau eine (fast) zivilisierte Signora. Das Hotelpersonal liess sich nichts anmerken, dass ich solange auf der Toilette verschwunden war.

Aufgeprezelt, gestärkt und mit feinem Essen im Rucksack gehts weiter.


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